Sechs Fuck-ups, die Du für Dein Start-up vermeiden solltest

Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.
Dies gilt vor allem für Start-ups.
Ich sage immer, ein Start-up ist ein Unternehmen im Kindergartenalter. Es darf mal hinfallen, sich die Knie aufschlagen, manchmal unartig sein. Hauptsache es lernt dazu und wiederholt seine Fehler nicht all zu oft.

Es gibt aber sechs Punkte, die ich Dir gerne ans Herz legen würde – und die es unbedingt zu beachten gilt.

Beginnen wir einmal mit der (1) mangelnden Bereitschaft, Probleme zu lösen.
Dieser Satz hat zwei Bedeutungen. Denn auf der einen Seite hat er mit Deiner Idee selbst zu tun, auf der anderen Seite aber auch mit Deinem Verhalten als Gründer.

Oft denken wir uns, das wird schon. Die kriegen sich schon wieder ein. Oder, der Mitarbeiter lernt es schon, ich kann ja schließlich nicht immer kritisieren. Recht hast Du, doch wenn Du Probleme oder Fehler nicht sofort in Angriff nimmst, dann kannst Du zu 100 Prozent vergessen, dass Du diese zum späteren Zeitpunkt ausgemerzt bekommst. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und hat er einmal Abläufe verinnerlicht, kannst Du fest davon ausgehen, dass sich diese in Serie wiederholen und an neue Teammitglieder weitergegeben werden.

Du siehst, das etwas falsch läuft?
Zieh den betreffenden Mitarbeiter heraus. Nimm Dir die Zeit, setze Dich mit ihm in eine ruhige Ecke und weise sachlich sowie respektvoll auf die Dinge hin, die Deiner Meinung nach besser laufen müssen. Ein cleverer Mitarbeiter nimmt die konstruktive Kritik an, gibt selbst eigene Anregungen und ändert sein Verhalten. Tut er es nicht, und Du bist eindeutig im Recht, Dein Vorschlag trägt tatsächlich zur deutlichen Verbesserung bei, dann ist der Mitarbeiter leider schlichtweg falsch im Team.

Auch diese Entscheidung darfst Du nicht lange vor Dir her schieben.

Eine weitere mangelnde Bereitschaft, Probleme zu lösen betrifft Dein Start-up direkt.

Es ist sehr einfach, bietet Dein Start-up keine nützlichen Lösungen oder einen klaren Mehrwert, so wirst Du Dich langfristig nicht durchsetzen können. Das klingt zwar trivial, aber tatsächlich scheitern viele Geschäftsideen, weil genau das nicht gegeben ist.
Nur mit einem klaren Ansatz hat Deine Geschäftsidee eine Chance auf nachhaltige Erfolge.

Lass Dich nicht dazu verleiten, Deine Argumente nur über Preis oder Marketing zu definieren, denn diese Blase platzt irgendwann ganz sicher.

Dann zum nächsten Fuck-up und der Illusion vieler Unternehmer: (2) Ein gutes Produkt verkauft sich von selbst.

Bullshit!
Du musst Dich organisieren. Du brauchst eine Vertriebsstruktur. Du brauchst einen überzeugten Vertriebler. Und hier merke Dir vor allem eins: Kein Mensch kann Dein Produkt besser verkaufen als Du selbst. Die Mehrwerte Deines Produktes müssen auf Anhieb jedem klar sein. Prozesse, Abläufe und Kundendialog müssen sitzen. Unsicherheiten werden nicht verziehen, daher setze Dich hin, spiele einmal alles in Deinem Kopf durch, und dann denke wie ein Kunde. Beginne, Deine Struktur und Dein Marketing so aufzubauen, wie Du es selbst gerne als Kunde hättest. Sei einfach, sei leicht, sei intuitiv und lasse sämtlichen Schnick-Schnack weg.

(3) Abwarten bis das Produkt perfekt ist.
Hahaha, ein sehr guter Witz!
Glaub mir, das wird nie der Fall.
Zumindest in Deiner eigenen Wahrnehmung, denn Selbstzweifel sind normal bei der Gestaltung eines neuen Start-ups. Erst recht, wenn Du es das erste Mal tust.

Du erinnerst Dich an Deine Gefühle vor dem ersten Sex?
Vergleichbar. Zwar nicht so schön, aber ähnlich geil und von viel Unsicherheit begleitet. Vergiss nie: Du tust es zum ersten Mal, Du kannst nicht einfach alles wissen, und wenn Du zu lange wartest, wird ein anderer schneller vor Dir am Ziel sein – und Du verlierst mit Deiner Unternehmensgründung.

Also, Backen zusammenkneifen! Sobald Dein Beta-Produkt sauber gecodet ist und Du eine coole UI hast, dann geht’s richtig los. Das Feedback Deiner Community einholen, weiterentwickeln, verbessern und immer hart am Erfolg arbeiten.

Bitte, bitte, niemals zu lange warten.

(4) Kundenzufriedenheit auf die leichte Schulter nehmen.
Das war noch nie eine gute Idee.

Wer zahlt, der entscheidet. Dein Kunde ist Dein Boss. Basta!
Nutze Facebook und Twitter intensiv, um konkrete Rückmeldungen einzuholen.
Du kannst auf diese Weise Hunderte von Unternehmensberatern kostenfrei anzapfen. Du musst diese nur zu nutzen wissen, denn keine Meinung zählt mehr, als die eines potenziellen Kundens.

Interaktion und Einbindung sind die Zauberworte Deiner Community. Bereits in der Frühphase Deines Start-ups ist es das Beste, was Du tun kannst.

Beachte: Feedbacks und Rezensionen immer absolut ernst nehmen, sonst schlägt diese Art zu arbeiten wie ein Bumerang zurück.

(5) Nicht von Deinen Kernkompetenzen ablenken lassen.
Hört sich plump an.
Ich meine jedoch, vor allem nie den Fokus Deines Produktes aus den Augen verlieren und alles andere delegieren. Deine Stärke liegt im Produkt, dann hole einen fähigen Projektmanager ins Boot, der Dein Projekt in der Umsetzung kompetent begleitet. Du kannst hervorragend verkaufen, dann erweitere Dein Team unbedingt mit einem Produktmanager, der Prozesse und Abläufe Deines Produkts zu Ende denkt.

Du musst nicht alle Kompetenzen im Unternehmen behalten.
Du hast keinen guten Admin im Team, dann engagiere einen guten Dienstleister.
Kundenbetreuung, Versand, Billing, … Alles Themen, die nicht unbedingt inhouse bleiben müssen.

Spitze Deinen Bleistift an, schätze realistisch Deine eigene Kraft ein, entscheide anschließend, was Deinen Schreibtisch nicht verlassen darf, und welche Aufgaben Dich schlichtweg belasten, aufhalten oder nerven, delegiere diese.

(6) Kompromisse im Team ist auch wieder so ein Thema für sich.

Für den Gründungserfolg sind motivierte Mitarbeiter, die ins Team passen und ergänzende Skills mitbringen, ungemein wichtig. Wer beim Personal Kompromisse macht, gefährdet gegebenenfalls das ganze Projekt.

Boom! Drucke Dir diesen Satz aus – und erinnere Dich immer wieder von selbst daran.

Menschlich bleiben ist wichtig. Keine Frage. Schwächere mitziehen, auch.
Doch sobald es unproduktiv wird, sind wir wieder bei einen meiner oberen Sätze: Treffe klare und faire Entscheidungen, bevor Dir diese – sowie Deinen anderen Teammitgliedern – schaden.

Achte jedoch ausdrücklich nur auf Skills. Bewerte nicht nach Sympathie, ob es ein Ja-Sager ist oder ob die Chemie zwischen Deinen Teammitgliedern passt. Klar, ist das wichtig! Jedoch eine Dynamik erreichst Du nur durch möglichst viele unterschiedliche Charaktere.

Danke, das war’s! Mehr habe ich zu diesem Thema nicht zu sagen :D.
Mund abwischen, weiter geht’s! Egal, wie oft Du in eine der von mit zitierten Tretmienen getreten bist.

Recent Posts

Start typing and press Enter to search